Hintergrundinformationen zu der Projektgruppe

Das Projekt "Miteinander der Generationen"

 

Wir werden weniger. Seit Anfang der 1970er Jahre werden in Deutschland weniger Kinder geboren, als es für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl notwendig wäre. Alle Prognosen sagen voraus: Die Zahl der Menschen, die in unserem Land leben, wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich sinken. Selbst wenn jedes Jahr 100.000 Menschen mehr zu- als abwandern, wird die Einwohnerzahl Deutschlands von heute über 80 Millionen bis 2060 um mehr als 10 Millionen Menschen zurückgehen.

Parallel dazu wird sich die Altersstruktur unserer Gesellschaft gravierend verändern. Die Lebenserwartung steigt. In den nächsten Jahrzehnten werden immer weniger Jüngere und immer mehr Ältere in Deutschland leben: Während die Zahl der Erwerbspersonen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren von 50 auf 35 Millionen sinkt, steigt die Zahl der über 80jährigen bis 2050 von vier auf zehn Millionen.

Das bedeutet auch: Die Zahl der Rentenbezieherinnen und Rentenbezieher nimmt zu, die Dauer des Rentenbezugs wird länger. Mit einer zunehmenden Zahl von Menschen im hohen Lebensalter steigt der gesellschaftliche Bedarf an Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen. Mit einer abnehmenden Zahl an Erwerbspersonen schrumpft das Fachkräftepotenzial unserer Volkswirtschaft. Weniger Beitrags- und Steuerzahler müssen für die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme und unseres Gemeinwesens sorgen.

Außerdem wird unsere Gesellschaft bunter. Lebensweisen, Familienformen und Rollenmuster verändern sich. Familien werden kleiner und mobiler. Immer häufiger leben Eltern ohne Trauschein zusammen. Trennungen werden häufiger. Es gibt mehr Alleinerziehende, aber auch mehr Paare, die kinderlos bleiben. Die Menschen wechseln zu Bildungszwecken oder beruflich öfter den Wohnort. Familiäre Bindungen und nachbarschaftliche Beziehungen werden flexibler. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass die Generationen in Familien am selben Ort leben.

Deutschland ist ein Zuwanderungsland. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Lebensweisen leben in unserer Gesellschaft zusammen.

Diese Veränderungen bieten auch Chancen – für bessere Berufsperspektiven der jungen Generation, für mehr aktive Teilhabe Älterer am gesellschaftlichen Leben, für einen langen dritten Lebensabschnitt mit guter Lebensqualität bis ins hohe Alter, für eine neue Partnerschaftlichkeit der Geschlechter und ein neues Miteinander der Generationen. Das Miteinander der Generationen findet in den Städten und Gemeinden im alltäglichen Lebensumfeld der Menschen statt. Jede Kommune ist einzigartig. Daher werden die Kommunen sehr unterschiedlich vom demografischen Wandel erreicht. Vielerorts wird es schwieriger, eine funktionierende Infrastruktur für die öffentliche Daseinsvorsorge aufrecht zu halten. Wir brauchen regional differenzierte Antworten und kommunalspezifische Strategien und Netzwerke. Der Gedanke, in Regionen Stärken zu bündeln, muss sich verbreiten. Region schafft Zukunft, auch für die kleinen Einheiten. Die allermeisten Kommunen haben in regionaler Zusammenarbeit bessere Chancen als Wohnort und Lebensmittelpunkt mit attraktiven Angeboten:

    • Für alle Kinder die Garantie, sich in zumutbarer Entfernung über Krippe, Kita, Schule und Ausbildung für das Berufsleben zu qualifizieren.

 

    • Gute Arbeit mit gutem Lohn in einem Radius, der für das tägliche Pendeln zumutbar ist.

 

  • Akzeptable Bedingungen für das Alter- und Altwerden: die Kernpalette der Daseinsvorsorge, ärztliche und weitergehende medizinische Versorgung, Einkaufsangebote, Kontakte, leistungsfähige ambulante Dienste, Verbraucherberatung.

 

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen ein Konzept für die Gestaltung des Miteinanders der Generationen im demografischen Wandel. Unser Ziel ist es, Ideen für Regionen zu bündeln, in denen wir nachhaltig wirtschaften, anders arbeiten und besser leben. Unser Projekt heißt Zukunft. Machen Sie mit und teilen Sie uns Ihre Ideen und Vorschläge für einen neuen Generationenvertrag mit, der allen Generationen die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht und für ein neues Miteinander der Generationen im demografischen Wandel sorgt.

Weitere Informationen zur Arbeit der Projektgruppe finden Sie auf der Homepage der SPD-Bundestagsfraktion..